VDE Vortragsreihe "Aktuelle Herausforderungen der Elektrotechnik": Moderne Hoch- und Höchstspannungskabelsysteme für die Energiewende
Die Vortragsreihe wird veranstaltet durch das Institut für Elektrische Energie- und Steuerungstechnik sowie die VDE-Hochschulgruppe an der TU Ilmenau mit Unterstützung von Elektrotechnik und Informationstechnik e.V. Ilmenau. Im Wintersemester 2026/27 finden die Vorträge montags 17:00 bis 19:00 Uhr am Ehrenberg-Campus, Humboldtbau HU 201 statt. Es besteht auch die Möglichkeit, online an den Veranstaltungen teilzunehmen. 12. Oktober 2026 Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse - Grundlagen, Anwendungen, Herausforderungen und Chancen Prof. Dr. Andreas Bund, Technische Universität Ilmenau, FG Elektrochemie und Galvanotechnik Im Vortrag werden die verschiedenen Typen von Elektrolyseuren für die Wasserstoffherstellung vorgestellt und hinsichtlich ihrer technischen Reifegrade eingeordnet. Basierend auf den technischen Grundlagen werden Chancen und Herausforderungen für die Herstellung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse diskutiert. 19. Oktober 2026 Moderne Hoch- und Höchstspannungskabelsysteme für die Energiewende Carsten Wolff, NKT GmbH & Co. KG; Vice President Commercial & T Tender High Voltage Projects Der Vortrag befasst sich mit der Frage der Energiewende und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Hoch- und Hochspannungsnetze. In diesem Kontext werden Lösungsansätze für die Energieübertragung im AC- und DC-Netz vorgestellt, um einen nachhaltigen und resilienten Ausbau der Netze zu ermöglichen. Es wird ein Überblick über die Kabelbauarten und innovative Lösungen inklusive supraleitende Kabel (HTS-Kabel) gegeben. 26. Oktober 2026 Wasserstoff-Markthochlauf: Regulatorisches Umfeld, Preisentwicklung und aktuelle Projekte zur Wasserstoffspeicherung Kilian Jaehne, Wasserstoff Scout, HYPOS - Hydrogen Power Storage & Solutions e.V. Sachsen-Anhalt/Leuna und Sachsen/Leipzig Der Vortrag beleuchtet den aktuellen Stand des Wasserstoff-Markthochlaufs in Deutschland. Inhaltlich wird auf die sich im Bau befindliche Infrastruktur in Form des Wasserstoff-Kernnetzes und von Speicherlösungen wie Kavernenspeichern bis zur Unterscheidung zwischen Hype und realem Hochlauf aus Sicht von HYPOS e.V. eingegangen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem regulatorischen Umfeld und der Frage, wie EU- und Bundesgesetzgebung den Rahmen für Aufbau und Betrieb von Wasserstoffinfrastruktur setzen. Im zweiten Teil steht die Preisentwicklung im Fokus: Zusammensetzung der Wasserstoffkosten, aktuelle Preisindizes sowie die Frage, wann sich grüner und grauer Wasserstoff preislich annähern könnten. Anhand konkreter Projekte sowie Reallabore in v.a. in Mitteldeutschland wird gezeigt, wo der Hochlauf in der Praxis steht. Abgerundet wird der Vortrag durch eine Einordnung aus Sicht von HYPOS als deutschlandweit tätigem Wasserstoffnetzwerk. 02. November 2026 Gleichstromtechnologie für eine nachhaltige Energieversorgung Jörg Ziegenbein, PHOENIX CONTACT Deutschland GmbH Blomberg Die Idee der All Electric Society beschreibt eine weltweite elektrische Energieversorgung ohne Einsatz fossiler Brennstoffe. Phoenix Contact will dieses nachhaltige Ziel mit den elektrischen Komponenten der Energie- und Automatisierungstechnik vorantreiben. In zwei AES-Pilotprojekten wird gezeigt, dass eine CO2 neutrale Energieversorgung durch intelligente Kopplung der energetischen Sektoren bereits heute möglich ist. Dabei spielt der Einsatz von Gleichstromnetzen eine entscheidende Rolle. Der Vortrag erläutert das Konzept der energetischen Sektorenkopplung, begründet die Vorteile des Gleichstromes und zeigt wie moderne Gleichstromnetze aufgebaut und betrieben werden. 09. November 2026 Biomethan - Baustein im Energiesystem der Zukunft und Bereitstellungsoptionen aus dem deutschen Biogasanlagenbestand durch Zusammenschluss mehrerer Biogasanlagen zu Clustern Frank Scholwin, Vorstand, Institut für Biogas, Kreislaufwirtschaft und Energie eG Weimar Der Vortrag geht auf die Rolle und die Potenziale von Biomethan als Substitut für fossiles Erdgas im Erdgasnetz ein. Konkret werden Rahmenbedingungen, Erfahrungen, Möglichkeiten und Chancen aufgezeigt, wie Anlagen aus dem vorhandenen Biogasanlagenbestand für die Biomethanbereitstellung genutzt werden können, als Einzelanlagen oder auch als Zusammenschluss mehrerer Biogasanlagen mit einem Rohbiogasleitungssystem, um zentral größere Leistungen bereitstellen zu können. Die Erfahrungen werden anhand von konkreten Projekten, die bereits umgesetzt sind oder in Umsetzung befindlich sind, dargestellt. 16. November 2026 5G-Mobilfunk: Exposition, Grenzwerte und Forschungsstand zu biologischen Wirkungen Dr. Christian Bornkessel, Technische Universität Ilmenau, FG Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik Der derzeitige Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes wird in Teilen der Bevölkerung wegen möglicher gesundheitsschädigender Effekte mit Sorge betrachtet. Ursachen sind hier fehlende oder falsche Informationen zu den durch Mobilfunk-Basisstationen hervorgerufenen Feldern und deren biologische Wirkungen auf den Menschen. Im Vortrag sollen folgende Aspekte diskutiert werden: Was ist bei 5G anders als bei den Vorgängertechnologien und was ist gleich? Wie groß sind die durch Basisstationen hervorgerufenen elektromagnetischen Felder? Wie werden Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung gebildet? Wie ist der aktuelle Forschungsstand zu biologischen Wirkungen? 23. November 2026 Methanol als Backstop-Lösung zur Rohstoff- und Energieversorgung in Deutschland Uwe Lenk, Siemens Energy Global GmbH & Co. KG, SE GS S EU DACH Die Umstellung der Industrie von Erdöl auf Methanol könnte einen wesentlichen Beitrag zur Defossilierung, zur Steigerung der Versorgungssicherheit, zur Einführung der Kreislaufwirtschaft und zur Umsetzung der Energiewende leisten. Methanol kann ohne Weiterverarbeitung als Kraftstoff, Brennstoff und Energieträger genutzt werden. Methanol ist in der bestehenden Infrastruktur kostengünstiger nutzbar als Wasserstoff. Es ist flüssig und dadurch im Vergleich zum Wasserstoff einfacher lager- und transportierbar. Der schrittweise Aufbau einer neuen, nicht fossilen Rohstoffbasis reduziert die Importabhängigkeit Deutschlands und steigert die inländische Wertschöpfung. 30. November 2026 Wasserstoff-Kraftwerke - versorgungssichere, resiliente und wirtschaftliche dezentrale Energieversorgung Werner Diwald, Vizepräsident des Bundesverbandes Regenerative Mobilität (BRM) Berlin Eine zukünftige erneuerbare Energiewirtschaft ist im Zuge asymmetrisch ausgetragener geopolitischer Konflikte auf dezentrale Backup Kraftwerke, die mit erneuerbaren Molekülen versorgt werden, angewiesen. Nur so kann einerseits die Energieversorgung in Phasen oder Dunkelflaute abgesichert werden und andererseits steigert eine verteilte dezentrale Energieerzeugung die Resilienz gegen externe Angriffe. 07. Dezember 2026 Dekarbonisierung der Industrie - Stromnetze könnten zur “Achillesferse” werden Dr. Thorsten Krol , Siemens Energy Global GmbH & Co. KG, SE EU M & ST Mühlheim/Ruhr Die Dekarbonisierung der Industrie ist entscheidend zum Erfolg der Energiewende. In Europa soll dies in vielen Industrien durch Elektrifizierung von Prozessen bzw. der Wärme erreicht werden. Grundlegende Voraussetzung dafür ist eine stabile und störungs- bzw. unterbrechungsfreie Energieversorgung über die Stromnetze. Mit zunehmendem Anteil von über Inverter angeschlossenen Erzeugern, wie z.B. Wind und PV, aber auch Verbraucher und Speicher, wie Batterien oder Elektrolyse, ist jedoch mit zunehmenden Schwierigkeiten zur Sicherstellung der Stabilität zu rechnen. Die von den Erzeugern und Netzbetreibern zu lösenden Herausforderungen werden aufgezeigt und diskuktiert. Zusätzlich zur Diskussion aus Sicht der Netze wird an einigen Beispielen aus der Industrie der Einfluss der dekarbonisierten, neuen Produktionsprozesse untersucht und künftige Risiken und Schwachstellen im neuen System angezeigt. Mögliche, bereits heute, verfügbare Technologien und Lösungen auf Ebene der Netzbetreiber oder der Industrien werden eingeführt und diskutiert. 14. Dezember 2026 Moderne Baustoffe - Blitzschutz Prof. Dr.-Ing. Michael Rock, TU Ilmenau, FG Blitz- und Überspannungsschutz Der Blitzschutz von baulichen Anlagen ist wesentlich durch die verwendeten Baustoffe und die ausführung von zu schützenden Gebäuden geprägt. Insbesondere der Äußere Blitzschutz muss mit der Weiterentwicklung der Gestaltung von Bauwerken und an die Eigenschaften der Baustoffe angepasst werden, um sicheren Schutz gegen das Naturphänomen Blitz zu gewährleisten. Anhand von drei Bereichen im modernen Bau soll die Thematik veranschaulicht werden. Beim Einsatz “Ökologischer biogener Dämmstoffe” sind Fang- und Ableitungseinrichtung so auszuführen, dass der Brandschutz gewährleistet ist. “Carbon-Beton und Blitzströme” sind eine problematische Kombination, welche ebenfalls eine geeignete Ableitungseinrichtung erfordert. Eine weitere Herausforderung stellt ein “Isoliertes Fundament bei der Blitzschutzerdung” dar. 11. Januar 2027 Die Wiedererkennbarkeit und Anonymisierung von Biosignalen, insbesondere von EEG-Kurven Dipl.-Phys. Thomas Jochmann, Technische Universität Ilmenau, FG Biomedizinische Technik .